Entwicklung des Irrbachquartiers

Programm
Zuletzt geändert
05.10.2020

Beschreibung der Maßnahme

Mit der Aufgabe der militärischen Nutzung der ehemaligen Jägerkaserne und mit Ankauf der Fläche durch die Stadt im November 2017 sowie der Aufgabe des Busdepots stehen in Trier-West entlang der Eurener Straße wieder umfangreiche Flächen zur zivilen Nachnutzung zur Verfügung. Im Rahmen des Stadtumbaus Trier-West erfolgten vorab grundlegende Planungen (Masterplan Trier-West) und die Erstellung des integrierten Handlungskonzeptes.

Aufbauend auf diesen Planungen sowie aufgrund der hohen Nachfrage nach Wohnraum soll auf dem Gelände der ehem. Jägerkaserne und des ehem. Busdepots eine Mischung aus sozial gefördertem und frei finanzierbarem Wohnraum entwickelt werden. Dabei soll außerdem eine Mischung aus unterschiedlichen Wohnformen entstehen. Es können verschiedene Typologien wie beispielsweise barrierefreies Wohnen, Mehrgenerationenwohnen, Wohnen für junge Familien etc. entwickelt.

Im Bereich der Jägerkaserne entstehen entlang des renaturierten Irrbachs umfangreiche Grünanlagen, die ein wichtiges Bindeglied mit den umliegenden Wohnquartieren aber auch mit dem gesamten Stadtteil zwischen Moselufer und den Moselhängen südlich des Markusberges darstellen. In den Bestandsgebäuden unterhalb der Hochspannungsleitungen soll nicht störendes Gewerbe angesiedelt werden. In den Grün- und Freibereichen ist ebenso ausreichend Platz für wohnortnahe Spiel- und Sportflächen vorgesehen. Die Stellplätze werden überwiegend in Quartiersgaragen und untergeordnet auch in Tiefgaragen untergebracht. Oberirdisch werden die Besucher- und Kundenstellplätze angeordnet.

Gemeinsam wurde bereits 2015 von der Stadt Trier und den Stadtwerken Trier (SWT) ein städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb zur Umnutzung der ehemaligen Jägerkaserne und des Geländes des ehemaligen Busdepots der Stadtwerke Trier ausgelobt. Der Wettbewerb sowie die anschließenden Planungsschritte wurden in enger Zusammenarbeit mit den Fachämtern der Stadtverwaltung und der Stadtwerke sowie unter Einbindung des Ortsbeirates und der Bürgerinnen und Bürger von Trier-West durchgeführt.

Das Wettbewerbsgebiet bestand aus zwei Teilen. Im Ideenteil sollte eine freiraumplanerische Gesamtidee für den Grünzug „Vom Lenus-Mars-Tempel zur Mosel“ gefunden werden, im Realisierungsteil sollte ein städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept mit dem Schwerpunkt vielfältiges Wohnen, Dienstleistung und wohnverträgliches Gewerbe sowie Freizeit für die Jägerkaserne und die SWT-Fläche samt angrenzender öffentlicher Straßenräume erarbeitet werden.

Aufbauend auf dem Wettbewerbsentwurf (Preisgerichtsentscheidung April 2016) wurde seitens des ersten Preisträgers (Stadtplanung: Machleidt, Berlin; Landschaftsarchitektur: sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, Berlin; Architektur: winkelmüller.architekten, Berlin) 2016 - 2017 der städtebauliche Entwurf für die Entwicklung des Gebietes vertiefend überarbeitet.

Im neuen Irrbachquartier soll eine Struktur entstehen, in der sich individuelle Wohnbereiche mit spezifischer Freiraumgestaltung der öffentlichen Flächen zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügen. Dafür wurde im Jahr 2018 ein Gestaltungshandbuch erstellt, das trotz der Wahrung eines gemeinschaftlichen gestalterischen Zusammenhangs Spielraum für individuelle Bedürfnisse bietet.

Um die angestrebten Ziele zu erreichen, wurde das Areal der ehemaligen Jägerkaserne in Jahr 2017 als Sanierungsgebiet „Konversion Jägerkaserne" im vereinfachten Verfahren förmlich festgesetzt.

Das Planungsrecht für die Bebauung des Quartiers wird durch den in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan BW 83 „Irrbachquartier" geschaffen. Für die Erstellung des Bebauungsplans wurde das Büro Machleidt aus Berlin, das den städtebaulich-freirauplanerischen Wettbewerb gewonnen hatte, beauftragt. Den Umweltbericht zum Bebauungsplan erstellt das Büro Karlheinz Fischer aus Trier. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde vom Stadtrat in seiner Sitzung am 12.11.2019 gefasst und in der Rathauszeitung am 19.11.2019 bekannt gemacht.

Aufbauend auf einer im Jahr 2018 erstellten immobilienwirtschaftlichen Studie von Drees&Sommer Infra Consult und Entwicklungsmanagement GmbH, Köln wird im nächsten Schritt eine zweistufige europaweite Ausschreibung des Grundstücks der Jägerkaserne durchgeführt.

Das östlich der Eurener Straße gelegene Areal des ehemaligen Busdepots befindet sich im Eigentum der Stadtwerke Trier und wird parallel zur Entwicklung der ehemaligen Jägerkaserne durch den Eigentümer zum neuen Wohnviertel entwickelt.

In der Übergangszeit bis zur endgültigen Entwicklung des Irrbachquartiers werden mehrere Gebäude zwischengenutzt. Im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss des ehemaligen Zollamtes an der Blücherstraße wurde nach der Zwischennutzung durch das Bürgeramt das in Gründung begriffene „Digital Hub" angesiedelt. Nach zwei Jahren wird das Digital Hub an einen neuen Standort umziehen. Das 1. und 2. Obergeschoss des ehemaligen Zollamtes wurde temporär durch die Ämter der Stadtverwaltung bezogen. Eines der ehemaligen Unterkunftsgebäude an der Eurener Straße wurde 2018-2020 als Ausweichquartier für die Spiel- und Lernstube Bauspielplatz und die Spiel- und Lernstube Walburga-Marx-Haus bis zum Umzug in den Gneisenaubering genutzt. In einem anderen Unterkunftsgebäude an der Eurener Straße befindet sich zurzeit der Schwerpunktstandort der Betreuung von Asylbegehrenden und Flüchtlingen im Stadtgebiet.

Die Sparkassenfilialen in Trier-Euren und Trier-West wurden zusammengelegt. Der neue Sparkassenstandort  ist das Gebäude Eurener Straße 48 auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne (Ecke Blücher Straße / Eurener Straße). Das Gebäude wurde von der Stadt Trier an die Sparkasse veräußert und wurde vom neuen Eigentümer umfassend saniert.

In Vorbereitung auf das geplante Investorenauswahlverfahren hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte für den Bereich der Stadt Trier ein Verkehrswertgutachten für das Grundstück der Jägerkaserne erstellt.

2019 wurde in Vorbereitung der Abbruchmaßnahmen ein Schadstoffgutachten für die abzureißenden Gebäude der Jägerkaserne erstellt.

Als Grundlage für die Entwässerungsplanung der öffentlichen und privaten Flächen der ehemaligen Jägerkaserne wurde 2018 ein Regenentwässerungskonzept erarbeitet. Die Vorentwurfsplanung (Leistungsphase 2) der öffentlichen Freiräume für den Bereich der Jägerkaserne und der SWT-Fläche sowie der Renaturierung des Irrbachs im Bereich der Jägerkaserne  wurde im März 2019 abgeschlossen. 

Der Förderantrag für Mittel der Aktion Blau Plus für die Renaturierung des Irrbachs wurde im Frühjahr 2019 gestellt.

Hieran arbeiten wir gerade

Investorenauswahlverfahren
Die Beauftragung des Vergabebetreuers für die Durchführung der europaweiten Ausschreibung des Grundstücks der ehemaligen Jägerkaserne im zweistufigen Verfahren wurde in der Sitzung der Vergabekommission des Bauausschusses am 29.09.2020 beschlossen. Aktuell werden gemeinsam mit dem ausgewählten Büro weitere Schritte des Verfahrens veranlasst, sodass die Ausschreibung der Liegenschaft voraussichtlich im 1. Quartal 2020 erfolgen kann.

Bebauungsplan BW 83 "Irrbachquartier"
Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde am 12.11.2019 vom Rat der Stadt Trier gefasst und am 19.11.2019 ortsüblich bekannt gemacht. Die Öffentlichkeit wurde in einer Informationsveranstaltung am 30.01.2020 über die allgemeinen Ziele und Zwecke sowie die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung öffentlich unterrichtet. Hierbei, sowie im anschließenden Zeitraum bis zum 28.02.2020 wurde der Öffentlichkeit Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung gegeben. Parallel dazu wurden die Ämter und Träger öffentlicher Belange beteiligt.

Derzeit erfolgt die weitere Erarbeitung der Planzeichnung und der textlichen Festsetzungen sowie der Begründung und des Umweltberichts des Bebauungsplans.

Schallschutzgutachten
Im Rahmen der Bebauungsplanung BW 83 „Irrbachquartier" sind die Schallschutzbelange zu berücksichtigen. Als Grundlage hierfür wird derzeit durch das Ingenieurbüro FIRU GfI aus Kaiserslautern eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt.

Freiraumplanung und Irrbachrenaturierung
Die Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) für die Freianlagen und die Genehmigungsplanung (Leistungsphase 4) der Irrbachrenaturierung sollen in Kürze abgeschlossen werden.

  • Städtebaulicher Rahmenplan Irrbachquartier

    Machleidt Städtebau | Stadtplanung Gmbh , sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, winkelmüller.architekten gmbh

  • Schrägluftbild ehem. Jägerkaserne und ehem. SWT-Busdepot

    Stadtverwaltung Trier / Dez. IV / Stadtplanungsamt

  • städtebauliches Modell Rahmenplanung Irrbachquartier

    Machleidt Städtebau |Stadtplanung GmbH, Stadtverwaltung Trier / Dez. IV / Stadtplanungsamt

  • Gestaltungshandbuch Irrbachbachquartier

    Machleidt Städtebau | Stadtplanung Gmbh , Stadtverwaltung Trier / Dez. IV / Stadtplanungsamt

  • Entwurfsplanung Freianlagen Irrbachquartier

    sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

  • Machleidt Gmbh Städtebau| Stadtplanung

Planungsidee

Planungsbeginn

Baubeginn
 

Voraussichtlicher Abschluss der Maßnahme

Kosten (soweit bezifferbar)
 

Federführung

Amt für Bodenmanagement und Geoinformation / Stadtplanungsamt

Schwerpunktmäßig betroffene Themen

Freiraumgestaltung Öffentlicher Raum Stadtgestaltung Wohnen Gewerbe
Ziele

Ziele Stadtumbau / Soziale Stadt

- Innenentwicklung: Konversion der ehemaligen Jägerkaserne und des ehemaligen SWT-Busdepot
- Erhalt von Bestandsgebäuden an Eurener Straße und Blücherstraße
- Schaffung einer ausgewogenen Mischung von Bau-, Wohn- und Gewerbeformen für unterschiedliche Bevölkerungs- und Nachfragegruppen
- Wohnbautypen: ca. 400 Wohneinheiten Geschosswohnungsbau, ca. 50 Reihenhäuser
- Realisierung der erforderlichen Quote für sozial geförderten Mietwohnungsbau
- Schaffung von hochwertigen, wohnraumnahen und gemeinschaftlich nutzbaren Freiflächen
- Realisierung eines Teilabschnittes des Grünzuges im Sinne eines Quartiersparks
- Renaturierung des Irrbachs im Bereich der Jägerkaserne
- Vorhaltung von Flächen an der Blücherstraße sowie im nördlichen Bereich der Eurener Straße unterhalb des Schutzstreifens der Freileitungen für gewerbliche, kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitlichen und administrative Nutzungen
- Schaffung eines zentralen Aufenthaltsbereichs als Antritt im Quartier mit Cafés und kleinen Läden zur Belebung der Platzbereiche
- Schaffung von attraktiven Wegeverbindungen innerhalb des Plangebietes und einer guten Vernetzung des Gebietes mit alltäglichen Zielen im Stadtteil
- Sicherung einer geordneten Oberflächenentwässerung und Stützung des Wasserangebotes des freigelegten Irrbachs durch ein nachhaltiges Regenentwässerungskonzept
- Weitgehend Freihaltung des Quartiers vom Kfz-Verkehr mit Entwicklung und Etablierung eines Mobilitätskonzeptes durch Unterbringung des Kfz-Verkehrs am Quartiersrand in 3 Quartiersgaragen ergänzt durch Tiefgaragen
- Umsetzung einer innovativen Energiekonzeption