Entwicklungsbereich ehemalige Jägerkaserne

Programm
Zuletzt geändert
05.10.2020

Übergeordnete Maßnahme

Entwicklung des Irrbachquartiers

Beschreibung der Maßnahme

Die Jägerkaserne wurde für das Jägerregiment zu Pferde Nr. 8 im Jahr 1913 erbaut. Nach einer langjährigen militärischen Nutzung wurde das Areal im April 2014 von der Bundeswehr freigegeben.

Die Konversion der ehemaligen Kaserne ist eine der Schlüsselmaßnahmen des Stadtumbau in Trier-West. Im Jahr 2017 hat die Stadt Trier von ihrem „Erstzugriffsrecht" Gebrauch gemacht und das Grundstück von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben. Im selben Jahr wurde die Fläche als Sanierungsgebiet „Konversion Jägerkaserne" im vereinfachten Verfahren förmlich festgesetzt.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Wohnraum soll auf dem Gelände der ehem. Jägerkaserne eine Mischung aus sozial gefördertem und frei finanzierbarem Wohnraum entwickelt werden. Dabei soll außerdem eine Mischung aus unterschiedlichen Wohnformen entstehen. Es können verschiedene Typologien wie beispielsweise barrierefreies Wohnen, Mehrgenerationenwohnen, Wohnen für junge Familien etc. entwickelt.

Im Bereich der Jägerkaserne entstehen entlang des renaturierten Irrbachs umfangreiche Grünanlagen, die ein wichtiges Bindeglied mit den umliegenden Wohnquartieren aber auch mit dem gesamten Stadtteil zwischen Moselufer und den Moselhängen südlich des Markusberges darstellen. In den Bestandsgebäuden unterhalb der Hochspannungsleitungen soll nicht störendes Gewerbe angesiedelt werden. In den Grün- und Freibereichen ist ebenso ausreichend Platz für wohnortnahe Spiel- und Sportflächen vorgesehen. Die Stellplätze werden überwiegend in Quartiersgaragen und untergeordnet auch in Tiefgaragen untergebracht. Oberirdisch werden die Besucher- und Kundenstellplätze angeordnet.

Zur Neuordnung der ehemaligen Jägerkaserne und des brachliegenden SWT-Busdepots wurde 2015/2016 ein städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb durchgeführt. Der Wettbewerb sowie die anschließenden Planungsschritte wurden in enger Zusammenarbeit mit den Fachämtern der Stadtverwaltung und der Stadtwerke sowie unter Einbindung des Ortsbeirates und der Bürgerinnen und Bürger von Trier-West durchgeführt.

Das Wettbewerbsgebiet bestand aus zwei Teilen. Im Ideenteil sollte eine freiraumplanerische Gesamtidee für den Grünzug „Vom Lenus-Mars-Tempel zur Mosel“ gefunden werden, im Realisierungsteil sollte ein städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept mit dem Schwerpunkt vielfältiges Wohnen, Dienstleistung und wohnverträgliches Gewerbe sowie Freizeit für die Jägerkaserne und die SWT-Fläche samt angrenzender öffentlicher Straßenräume erarbeitet werden.

2016 hat die Siegerarbeitsgemeinschaft Machleidt GmbH, sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH und winkelmüller architekten GmbH die Planung weiterentwickelt. Der daraus resultierende städtebauliche Entwurf wurde am 09.03.2017 fertiggestellt.

Im direkten Anschluss wurde für den Realisierungsteil des Wettbewerbs aufbauend auf dem städtebaulichen Entwurf ein Gestaltunghandbuch als vertiefender Leitfaden für die bauliche und freiraumplanerische Gestaltung des neuen Quartiers erarbeitet.

Das Planungsrecht für die Neuordnung und Bebauung der Jägerkaserne und des Busdepots wird durch den Bebauungsplan BW 83 „Irrbachquartier" geschaffen. In der Stadtratssitzung vom 17.04.2019 wurde das Büro Machleidt – resultierend aus dem Wettbewerbsversprechen – mit der Erstellung des Bebauungsplans und der Verfahrensbegleitung beauftragt. Den Umweltbericht zum BW 83 erarbeitet das Trierer Landschaftsarchitekturbüro Karlheinz Fischer, das schalltechnische Gutachten erstellt das Ingenieurbüro FIRU GfI aus Kaiserslautern.

Aufbauend auf einer im Jahr 2018 erstellten immobilienwirtschaftlichen Studie von Drees&Sommer Infra Consult und Entwicklungsmanagement GmbH, Köln wird im nächsten Schritt eine zweistufige europaweite Ausschreibung des Grundstücks der Jägerkaserne durchgeführt.

Das östlich der Eurener Straße gelegene Areal des ehemaligen Busdepots befindet sich im Eigentum der Stadtwerke Trier und wird parallel zur Entwicklung der ehemaligen Jägerkaserne durch den Eigentümer zum neuen Wohnviertel entwickelt.

In der Übergangszeit bis zur endgültigen Entwicklung des Irrbachquartiers werden mehrere Gebäude zwischengenutzt. Im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss des ehemaligen Zollamtes an der Blücherstraße wurde nach der Zwischennutzung durch das Bürgeramt das in Gründung begriffene „Digital Hub" angesiedelt. Nach zwei Jahren wird das Digital Hub an einen neuen Standort umziehen. Das 1. und 2. Obergeschoss des ehemaligen Zollamtes wurde temporär durch die Ämter der Stadtverwaltung bezogen. Eines der ehemaligen Unterkunftsgebäude an der Eurener Straße wurde 2018-2020 als Ausweichquartier für die Spiel- und Lernstube Bauspielplatz und die Spiel- und Lernstube Walburga-Marx-Haus bis zum Umzug in den Gneisenaubering genutzt. In einem anderen Unterkunftsgebäude an der Eurener Straße befindet sich zurzeit der Schwerpunktstandort der Betreuung von Asylbegehrenden und Flüchtlingen im Stadtgebiet.

Die Sparkassenfilialen in Trier-Euren und Trier-West wurden zusammengelegt. Der neue Sparkassenstandort  ist das Gebäude Eurener Straße 48 auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne (Ecke Blücher Straße / Eurener Straße). Das Gebäude wurde von der Stadt Trier an die Sparkasse veräußert und wurde vom neuen Eigentümer umfassend saniert.

In Vorbereitung auf das geplante Investorenauswahlverfahren hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte für den Bereich der Stadt Trier ein Verkehrswertgutachten für das Grundstück der Jägerkaserne erstellt.

2019 wurde in Vorbereitung der Abbruchmaßnahmen ein Schadstoffgutachten für die abzureißenden Gebäude der Jägerkaserne erstellt.

Als Grundlage für die Entwässerungsplanung der öffentlichen und privaten Flächen der ehemaligen Jägerkaserne wurde 2018 ein Regenentwässerungskonzept erstellt. Die Vorentwurfsplanung (Leistungsphase 2) der öffentlichen Freiräume für den Bereich der Jägerkaserne und der SWT-Fläche sowie der Renaturierung des Irrbachs im Bereich der Jägerkaserne  wurde im März 2019 abgeschlossen. 

Der Förderantrag für Mittel der Aktion Blau Plus für die Renaturierung des Irrbachs wurde im Frühjahr 2019 gestellt.

Hieran arbeiten wir gerade

Investorenauswahlverfahren
Die Beauftragung des Vergabebetreuers für die Durchführung der europaweiten Ausschreibung des Grundstücks der ehemaligen Jägerkaserne im zweistufigen Verfahren wurde in der Sitzung der Vergabekommission des Bauausschusses am 29.09.2020 beschlossen. Aktuell werden gemeinsam mit dem ausgewählten Büro weitere Schritte des Verfahrens veranlasst, sodass die Ausschreibung der Liegenschaft voraussichtlich im 1. Quartal 2020 erfolgen kann.

Bebauungsplan BW 83 "Irrbachquartier"
Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan wurde am 12.11.2019 vom Rat der Stadt Trier gefasst und am 19.11.2019 ortsüblich bekannt gemacht. Die Öffentlichkeit wurde in einer Informationsveranstaltung am 30.01.2020 über die allgemeinen Ziele und Zwecke sowie die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung öffentlich unterrichtet. Hierbei, sowie im anschließenden Zeitraum bis zum 28.02.2020 wurde der Öffentlichkeit Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung gegeben. Parallel dazu wurden die Ämter und Träger öffentlicher Belange beteiligt.

Derzeit erfolgt die weitere Erarbeitung der Planzeichnung und der textlichen Festsetzungen sowie der Begründung und des Umweltberichts des Bebauungsplans.

Schallschutzgutachten
Im Rahmen der Bebauungsplanung BW 83 „Irrbachquartier" sind die Schallschutzbelange zu berücksichtigen. Als Grundlage hierfür wird derzeit durch das Ingenieurbüro FIRU GfI aus Kaiserslautern eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt.

Freiraumplanung und Irrbachrenaturierung
Die Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) für die Freianlagen und die Genehmigungsplanung (Leistungsphase 4) der Irrbachrenaturierung sollen in Kürze abgeschlossen werden.

  • städtebaulicher Entwurf Entwicklung Bereich ehemalige Jägerkaserne

    ARGE Machleidt GmbH Städtebau + Stadtplanung , sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, winkelmüller.architekten GmbH

  • Schrägluftbild ehemalige Jägerkaserne

    Stadtverwaltung Trier / Dez. IV / Stadtplanungsamt

  • Gestaltungshandbuch Irrbachbachquartier

    Machleidt Städtebau | Stadtplanung Gmbh , Stadtverwaltung Trier / Dez. IV / Stadtplanungsamt

  • Städtebaulicher Rahmenplan Irrbachquartier

    Machleidt Städtebau | Stadtplanung Gmbh , sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, winkelmüller.architekten gmbh

  • städtebauliches Modell Rahmenplanung Irrbachquartier

    Machleidt Städtebau |Stadtplanung GmbH, Stadtverwaltung Trier / Dez. IV / Stadtplanungsamt

Planungsidee

Planungsbeginn

Baubeginn
 

Voraussichtlicher Abschluss der Maßnahme

Kosten (soweit bezifferbar)
 

Federführung

Amt für Bodenmanagement und Geoinformation / Stadtplanungsamt

Schwerpunktmäßig betroffene Themen

Freiraumgestaltung Öffentlicher Raum Stadtgestaltung Wohnen Gewerbe
Ziele

Ziele Stadtumbau / Soziale Stadt

- Innenentwicklung: Konversion der ehemaligen Jägerkaserne
- Erhalt von Bestandsgebäuden an Eurener Straße und Blücherstraße
- Schaffung einer ausgewogenen Mischung von Bau-, Wohn- und Gewerbeformen für unterschiedliche Bevölkerungs- und Nachfragegruppen
- Wohnbautypen: ca. 290 Wohneinheiten Geschosswohnungsbau, ca. 30 Reihenhäuser
- Realisierung der erforderlichen Quote für sozial geförderten Mietwohnungsbau
- Schaffung von hochwertigen, wohnraumnahen und gemeinschaftlich nutzbaren Freiflächen
- Realisierung eines Teilabschnittes des Grünzuges im Sinne eines Quartiersparks
- Renaturierung des Irrbachs im Bereich der Jägerkaserne
- Vorhaltung von Flächen an der Blücherstraße sowie im nördlichen Bereich der Eurener Straße unterhalb des Schutzstreifens der Freileitungen für gewerbliche, kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitlichen und administrative Nutzungen
- Schaffung eines zentralen Aufenthaltsbereichs als Antritt im Quartier mit Cafés und kleinen Läden zur Belebung der Platzbereiche
- Schaffung von attraktiven Wegeverbindungen innerhalb des Plangebietes und einer guten Vernetzung des Gebietes mit alltäglichen Zielen im Stadtteil
- Sicherung einer geordneten Oberflächenentwässerung und Stützung des Wasserangebotes des freigelegten Irrbachs durch ein nachhaltiges Regenentwässerungskonzept
- Weitgehend Freihaltung des Quartiers vom MIV mit Entwicklung und Etablierung eines Mobilitätskonzeptes durch Unterbringung des MIV am Quartiersrand in 2 Quartiersgaragen ergänzt durch Tiefgaragen
- Umsetzung einer innovativen Energiekonzeption