Wer bereits in den vergangenen Monaten von den Baustellen und Umleitungen im Westen der Stadt genervt war, wird diese Nachricht nicht mögen: Ab Februar wird
die Bautätigkeit dort eine neue Dimension erreichen. Um das zu erklären, hat Baudezernent Thilo Becker gemeinsam mit Sandra Klein, der Koordinatorin für das Projekt
Stadtumbau Trier-West, zu einem Spaziergang auf die neue Entlastungsstraße eingeladen.
„Wir sind damit fast fertig“, freut sich der Dezernent und bittet darum, das 15-Millionen-Euro-Projekt ab sofort als Straße „Über Brücken“ zu bezeichnen. Dafür habe sich der
Ortsbeirat entschieden, von dem Bernhard Hügle (Bündnis 90/Die Grünen) als stellvertretender Ortsvorsteher gekommen ist. Auch Antoine Feidt ist dabei. Der luxemburgische Geschäftsmann ist Teilhaber und Sprecher der Firma TW Projekt Bau und Management GmbH, die das 10.000 Quadratmeter große
Areal des ehemaligen Bahnausbesserungswerks Trier-West als Wohn- und Gewerbequartier entwickelt.
Für die neue Verbindung zwischen der Hornstraße und der Straße im Speyer ist das deshalb von Belang, weil der Straßenabschnitt „An der Lokrichthalle“ von diesen Investoren gebaut wird. Feidt und seine Partner haben auch die Verlängerung der Martha-Brecht-Straße an der Nordseite der Halle hergestellt. Nur über diese Behelfsstraße – vorbei an Aldi – ist ab dem 5. Februar die Zufahrt zum Edeka Trier-West, zum Autohaus Buschmann und den anderen Gewerbebetrieben in diesem
Bereich möglich.
Der Grund dafür ist weiter nördlich zu finden. Dort, auf dem großen freien Platz, der einmal zur neuen Ortsmitte des Stadtteils werden soll, wird im Februar mit dem Bau eines kleineren Kreisverkehrs begonnen, über den später der Verkehr zu dem Nahversorgungsgebiet geleitet wird. Auch ein neuer Fuß- und Radweg zur Eurener Straße wird gebaut. Beides soll bis Ende des Jahres ebenso realisiert sein wie der Anschluss der Straße „Über Brücken“ an die Hornstraße. Dort, also noch weiter nördlich,
wird im Sommer mit dem Bau eines großen Kreisverkehrs begonnen, über den auch der Anschluss zur Bahnüberführung erfolgen wird.
Die Erneuerung dieser Brücke über die Gleise ist in Kombination mit dem gesperrten Bahnübergang in Euren seit Monaten Ursache für Verkehrsprobleme in den Stoßzeiten. „Wir liegen mit der Brücke im Zeitplan“, versichert Thilo Becker. Im April werden die 38 Meter langen Stahlträger für das Bauwerk montiert. Es soll, wie alle anderen Projekte, noch vor Inbetriebnahme der Weststrecke für den Personennahverkehr fertig sein. Die Deutsche Bahn hat immer wieder betont, dass der Termin für die Eröffnung Ende Dezember 2024 beibehalten werde. Bis dahin muss die Bahn noch fünf Haltepunkte bauen. Als Start der Arbeiten dafür ist der März angekündigt.
Auch das bestätigen Sandra Klein und Baudezernent Becker beim windigen Abschreiten der neuen Straße. Ab dem 5. Februar richte die Bahn ihre Baustellen in Höhe des ehemaligen Westbahnhofs und an der aiser-Wilhelm-Brücke ein. „Wir haben bewusst den Bereich neben der Straße noch von der Gestaltung ausgespart, in dem der neue Bahnsteig entstehen wird“, so Klein.
Mehr als 100 Meter lang ist dieser Bereich, in dem die Bahn auch einen barrierefreien Übergang über die Gleise schaffen wird. An der Kaiser- Wilhelm-Brücke wird vor allem das ehemalige Buschmann-Gelände für die Baustelleneinrichtung genutzt. An den neuen Bahnsteigen dort entsteht ein barrierefreier Aufgang zur
Brücke. Auch in Euren, Zewen und am Kreuz Konz (Außenbahnsteig) sollen im März die Bauarbeiten der Bahn für die neuen Haltepunkte beginnen. In der Hafenstraße wird bereits gearbeitet.
Erst wenn die Haltepunkte gebaut sind, kann die Stadt Trier das Umfeld gestalten. Unter anderem sollen dann Service-Points für Radfahrer entstehen, einer davon auch im Bereich der zukünftigen Ortsmitte von Trier-West.
Doch die Auflistung der Bauprojekte für 2024 im Westen der Stadt ist damit noch nicht am Ende. Wie Baudezernent Becker bestätigt, hat sich die Stadt inzwischen mit der
Deutschen Bahn auch über den Ausbau des Bahnübergangs im Bereich Martinerfeld abgestimmt. „Der wird ebenfalls in diesem Jahr erneuert.“ Und auch deshalb wird es
Einschränkungen beim Verkehr geben. Wie das genau ablaufen werde, sei noch in der Absprache. Ein gutes Thema für den nächsten Informationsspaziergang
in Trier-West.