Es ist soweit: Ab Montag, 3. März fahren erstmals seit über 40 Jahren wieder Personenzüge auf der Eisenbahn-Weststrecke, die von zwei Linien bedient wird: Die Regionalbahn (RB) 83 pendelt mit Doppelstock-Elektrotriebzügen der luxemburgischen Eisenbahngesellschaft CFL von Montag bis Samstag stündlich zwischen Wittlich und dem Hauptbahnhof in Luxemburg-Stadt. Die Fahrtzeit nach Luxemburg ab Trier-West beträgt rund eine Stunde. Die RB 84 fährt täglich im Stundentakt vom Haltepunkt Trier-Hafenstraße über die ebenfalls ausgebaute Station Kreuz-Konz nach Konz und zum Teil weiter nach Saarburg. Über Wittlich hat die Trierer Weststrecke zudem Anschluss an die Regionalexpress-Züge nach Koblenz und Saarbrücken/Mannheim.
Der erste Zug aus Luxemburg (RB 83) kommt um 8.15 Uhr am Haltepunkt Hafenstraße an, weitere dann stündlich bis 21.15 Uhr. In der Gegenrichtung aus Wittlich nach Luxemburg verkehren die Züge ab 5.38 Uhr (Ankunft Hafenstraße) und dann stündlich bis 20.42 Uhr. In Richtung Konz und zur Saarschiene (RB 84) startet der erste Zug am Bahnhof Hafenstraße um 7.04 Uhr und dann weiter im Stunden-Takt bis 22.04 Uhr, am Wochenende bis 0.04 Uhr. Ankunft des ersten Zugs aus der Gegenrichtung ist um 6.45 Uhr, der letzte erreicht um 22.55 Uhr sein Ziel, am Freitag und Samstag um 23.55 Uhr.
Die Fahrzeit auf der Weststrecke von der Hafenstraße bis Zewen beträgt 15 Minuten. Von Zewen nach Trier-West braucht man sechs Minuten, ebenso von Euren nach Pallien.
Wer nach Luxemburg will, muss übrigens nicht zwingend die Weststrecke benutzen. Vom Trierer Hauptbahnhof verkehren weiterhin ein Regionalexpress (RE 11) und einmal täglich eine Regionalbahn (RB 87) ins Nachbarland und zurück.
Obwohl die Züge auf der Weststrecke ab dem 3. März rollen, sind die Bauarbeiten im Auftrag der Deutschen Bahn an einigen der neuen Haltepunkte noch nicht abgeschlossen: In Zewen wird noch an der Schrankentechnik gearbeitet, in Pallien geht es vor allem um die Anbindung an die Kaiser-Wilhelm-Brücke mit zwei Aufzügen und am Bahnhof Hafenstraße dauern die Straßenbauarbeiten in der Unterführung an. Deshalb kommt es auch in den kommenden Monaten noch zu Verkehrsbehinderungen:
- In Zewen ist der Bahnübergang in der Kantstraße aktuell für den Kfz-Verkehr gesperrt. Die Umleitung verläuft über die Fröbel- und Wasserbilliger Straße. Mit dem Start des Personenverkehrs am Rosen-montag, 3. März, dürfen auch Fußgänger den Bahnübergang aus Sicherheitsgründen nicht mehr passieren. Als Alternative steht die Unterführung von der Fröbelstraße zur Wasserbilliger Straße zur Verfügung. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende April. Die Sperrung des Bahnübergangs führt dazu, dass der Bahnhof Zewen wegen der langen Gehzeit für den Wechsel des Bahnsteigs vorerst nicht als Umsteige-station zwischen den Regionalbahnen 83 und 84 genutzt werden kann. Stattdessen wird empfohlen, bis zum kleinen Fahrplan-wechsel im Juni den Bahnhof Euren für den Umstieg zu nutzen.
- Am Haltepunkt Pallien sind weiterhin einzelne Fahr- und Abbiegespuren des Knotenpunkts Bitburger-, Kölner und Bonner Straße gesperrt. Die Genehmigung für diese Einschränkungen läuft aktuell bis Ende April, eine Verlängerung bis in die Sommermonate wird jedoch erwartet.
- Die Sanierung der Bahnunterführung der Hafenstraße dauert voraussichtlich noch bis Ende April. Die Durchfahrt zwischen den Ehranger Straße und der B 53 ist daher weiterhin nicht möglich. Der neue Bahn-
haltepunkt ist nur von der Ehranger Straße aus erreichbar.
Bushaltestellen, Fahrradstationen und mehr
Bauprogramm an den fünf neuen Bahnhöfen
Für den Bau der fünf neuen Haltepunkte und für die unmittelbare Erschließung der Bahnsteige ist die Deutsche Bahn AG zuständig. Diese Bauarbeiten sind mit dem Start des Zugverkehrs noch nicht abgeschlossen, zum Beispiel wird es noch nicht überall einen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen geben. Aufgabe der Stadt Trier ist es, das Umfeld zu gestalten und die Haltepunkte an das Verkehrsnetz anzuschließen, unter besonderer Berücksichtigung des ÖPNV, des Fahrrad- und des Fußverkehrs.
Die Baubeschlüsse für diese so genannten Umfeldmaßnahmen in Trier-West (2,1 Millionen Euro) und Euren (1,3 Millionen Euro) hat der Stadtrat bereits getroffen. Für die übrigen Haltepunkte ist dies noch vor der Sommerpause geplant. Die meisten Vorhaben sind zusammengefasst in dem Projekt „Integrierte Rad- und SPNV-Achse-Region Trier“. Hierfür wurde eine Förderung von maximal 8,6 Millionen Euro aus dem Bundesverkehrsministerium vorläufig bewilligt. Die Planungen für die einzelnen Haltepunkte
unterliegen jedoch noch einer baufachlichen Prüfung, bevor der Zuschuss endgültig genehmigt wird. Einige Maßnahmen, darunter
die Park-and-Ride-Plätze für Kfz, können nicht im Rahmen der Rad- und SPNV-Achse gefördert werden. Hierfür werden gesonderte Zuwendungsanträge bei der Landesregierung gestellt.
Und so sieht das Bauprogramm aus:
■ Zewen
Auch hier wurde eine versetzte Anordnung der Bahnsteige beidseits der Kantstraße umgesetzt. Eine zusätzliche Erschließung erfolgt über die Fröbelstraße. Abstellplätze für Fahrräder analog zu den anderen Haltepunkten und ein barrierefreier
Ausbau der vorhandenen Bushaltestelle in der Zewener Straße runden die Umfeldmaßnahmen in Zewen ab.
■ Euren
Hier wurden die jeweils 170 Meter langen Bahnsteige versetzt angeordnet, einer südwestlich und einer nordöstlich der Eisenbahnstraße. Der südwestliche Bahnsteig erhält einen neuen Zugang von der Straße In den Särken. Auf der anderen
Seite ist eine „Bike-and-Ride-Station“ für den Radverkehr mit Abstellboxen und -bügeln, Lademöglichkeiten für Akkus und einem Servicepunkt mit Werkzeugen, eine neue Bushaltestelle sowie ein neuer Park-and-Ride-Platz geplant.
■ Trier-West
Der Haltepunkt befindet sich am Benedikt-Labre-Haus in der Nähe der Römerbrücke. Im Rahmen der Umgestaltung des westlichen Römerbrückenkopfs wurde ein neuer Zugang zum Haltepunkt geschaffen. Zum zweiten Gleis gelangen die Fahrgäste
über eine Fußgängerüberführung. Zugleich soll der Bahnhofsvorplatz an der Luxemburger Straße mit Sitzbänken, Natursteinpflaster und Baumpflanzungen gestalterisch aufgewertet und mit Infrastruktur für den Radverkehr ausgestattet
werden. Die westliche Bahnsteigseite liegt unmittelbar an der neuen Verbindungsstraße „Über Brücken“ und ist auch von dort aus zugänglich. Auf dieser Seite sind ebenfalls Radabstellanlagen in Form von Radbügeln sowie eine doppelstöckige
Bike-and-Ride-Box, Kiss-and-Ride-Plätze und je Fahrtrichtung neue, barrierefreie Bushaltestellen geplant.
■ Pallien
Aufgrund von Höhenunterschieden und engen Platzverhältnissen ist die Erschließung des direkt an der Kaiser-Wilhelm-Brücke gelegenen Haltepunkts sehr aufwendig. Von der Brücke gelangen die Fahrgäste künftig per Aufzug oder Treppe direkt auf den unterhalb gelegenen Bahnsteig. Die Bushaltestellen am Brückenkopf werden neu angeordnet. Weitere Zugänge gibt es vom Moselradweg und von der Bonner Straße, wo in unmittelbarer Nähe zum Bahnsteig zwei barrierefreie Bushaltestellen gebaut werden. Ein neuer Zwei-Richtungs-Radweg entlang der Bitburger Straße dient nicht nur der Erschließung des Haltepunkts,
sondern schließt auch eine Lücke im Radwegenetz entlang der Mosel. Außerdem plant die Stadt, auf dem ehemaligen Gelände
des Autohauses Buschmann zwischen der Bitburger und Bonner Straße einen Fahrradservicepoint mit doppelstöckigen abschließbaren Boxen sowie Behindertenparkplätze einzurichten.
■ Hafenstraße
Der Haltepunkt übernimmt aufgrund der günstigeren Lage die Hauptaufgaben des bestehenden Bahnhofs Ehrang und führt die Trierer Ost und Weststrecke zusammen. Der Bahnsteig ist über eine Treppe und einen Aufzug von der Hafenstraße
aus erreichbar, in der Nähe des Haltepunkts sind Abstellplätze für Fahrräder in Form von Radbügeln und doppelstöckigen, abschließbaren Bike-and-Ride-Boxen, eine Park-and-Ride- Station und neue Bushaltestellen in beide Richtungen entlang der Hafenstraße geplant. Ein beleuchteter Fußweg führt zum Schulzentrum Mäusheckerweg. Die Bahnunterführung wird saniert.
Weiterhin werden auch die beiden Bushaltestellen in der Ehranger Straße, unmittelbar an der Hafenstraße, barrierefrei ausgebaut.
Kein Zugverkehr vom 7. bis 10. März
Nach der Inbetriebnahme der Weststrecke kommt es vom 7. bis zum 10. März noch einmal kurzfristig zu verkehrlichen Einschränkungen. Grund hierfür ist die Erneuerung einer Weiche an der Moselbrücke von/nach Luxemburg, um diese neu verlässlich an die Infrastruktur anzubinden. Für die Fahrgäste wird ein Ersatzverkehr zwischen Trier-Hauptbahnhof
und Luxemburg eingerichtet.